Richard Fenwick
UK

In Richard Fenwicks Arbeiten spiegelt sich ein aktueller Paradigmenwechsel exemplarisch wider, denn er ist sowohl Graphikdesigner als auch Regisseur typographischer Filme. Dabei behandelt er die graphische wie filmische Ebene absolut gleich, ebenso wie für ihn Filmen und digitale Montage gleichwertige Arbeitsprozesse darstellen. Fenwick interessiert sich für die strukturellen Parallelen zwischen den flächengebundenen Gestaltungsparametern im Printdesign und jenen, die wie bei Video und Film entlang einer Zeitachse operieren. Die genau gesetzte Überlagerung beider Medien ist für ihn nicht nur analytisches Werkzeug, sondern auch zentrales narratives Element. In vielen seiner Kurzfilme und Clips bilden graphische Elemente eine Art Koordinatensystem um dahinter liegende filmische Bilder zu fokussieren. Sein zehnminütiger Debutfilm „States“ (1998) zeigt filmische Bewegungen durch den öffentlichen Raum, die durch einfache orthogonale Raster skandiert und kommentiert werden. Die Analogien zwischen den eingesetzten graphischen Geometrien und dem Monitorformat sind evident und beabsichtigt.

Fenwick formuliert seine durchwegs kritischen Untersuchungen mit Humor und Spontaneität und vertraut dabei gerne auf die Suggestivkraft eines naturwissenschaftlichen, technoiden Bilderkosmos. Neben seinen freien Arbeiten konnte er sich als Regisseur von Videoclips einen Namen machen, ohne dabei seine distanzierte und analytische Perspektive maßgeblich zu verändern.

www.richardfenwick.com

Ansichten des Beitrags und des Vortrags: